Quanten Wiki

Die Welt der Quanten steckt voller faszinierender Phänomene – von Superposition und Verschränkung bis hin zu Verschränkung und Welle-Teilchen-Dualismus. In diesem Wiki gibt es Erklärungen zentraler Konzepte, Begriffe und Fachausdrücke aus der Quantenwelt.

Quantenbegriffe

Kommunikation

Kommunikation

Der Begriff Kommunikation stammt vom lateinischen Wort communicatio ab, was „teilen“ oder „gemeinsam machen“ bedeutet. Kommunikation beschreibt den Prozess des Informationsaustauschs zwischen Menschen, Tieren, Maschinen oder sogar Zellen.

Messung eines Quantensystems

Eine Messung ist ein entscheidender Schritt in der Quantenphysik, da wir auf diese Weise Informationen aus einem Quantensystem gewinnen. In der Praxis interagiert das System mit einem Messgerät, das ein Ergebnis, eine „Auslesung”, liefert.

Bei einem zweistufigen System wie einem Qubit führt eine Messung in einer gewählten Basis typischerweise zu einem von zwei Ergebnissen, die oft mit 0 oder 1 bezeichnet werden. Allgemeiner gesagt können Quantenmessungen mehr als zwei Ergebnisse haben, je nachdem, was gemessen wird.

Vor der Messung kann sich das System in einer Überlagerung von Zuständen befinden. Im Moment der Messung wird der Zustand auf einen Zustand aktualisiert, der mit dem beobachteten Ergebnis übereinstimmt und in einfachen Modellen oft als „Projektion” auf einen Eigenzustand beschrieben wird. Danach können die ursprüngliche Überlagerung und insbesondere die unbekannten Wahrscheinlichkeitsamplituden, die sie definiert haben, aus dieser einzelnen Messung nicht mehr vollständig wiederhergestellt werden.

Eine hilfreiche Analogie ist ein Kaleidoskop: Sobald man es dreht, sieht man ein neues Muster, aber man kann das vorherige Muster nicht rekonstruieren, indem man nur das neue betrachtet. Ähnlich verhält es sich mit Messungen: Sie liefern ein Ergebnis, bewahren jedoch nicht alle Informationen über den vorherigen Quantenzustand.

No-Cloning-Theorem

Das No-Cloning-Theorem besagt, dass es unmöglich ist, eine exakte Kopie eines unbekannten Quantenzustands herzustellen.

Diese grundlegende Eigenschaft der Quantenphysik gewährleistet, dass Informationen in Quantenkommunikationssystemen besonders sicher sind, da es nicht möglich ist, Quanteninformationen ohne Störungen perfekt zu kopieren, und das Abhören in der Regel nachweisbare Veränderungen mit sich bringt, beispielsweise höhere Fehlerraten bei der Quantenschlüsselverteilung.

NV Center

Ein NV-Zentrum, Nitrogen-Vacancy-Zentrum, ist ein spezieller Kristallfehler im Diamantgitter, bei dem ein Kohlenstoffatom durch ein Stickstoffatom ersetzt wird und gleichzeitig eine benachbarte Leerstelle im Kristall vorhanden ist. Dieses Defektzentrum ist einer von vielen bekannten Defekten in Diamanten und spielt eine wichtige Rolle in der Quantenphysik, beispielsweise in Quantencomputern und Sensoren.

Superposition

Die Superposition ist ein zentrales Konzept der Quantenmechanik. Sie beschreibt, wie ein Quantenobjekt, beispielsweise ein Elektron, ein Photon oder ein Qubit in einem Quantencomputer, durch eine Kombination von Zuständen beschrieben werden kann. Ein Qubit kann sich daher in einem Zustand befinden, der weder rein 0 noch rein 1 ist. Erst bei der Messung nimmt das Qubit einen der beiden Zustände (0 oder 1) an und zerstört damit den Superpositionszustand in dieser Messbasis.

Ein anschauliches Beispiel ist eine sich drehende Münze. Solange sie sich in der Luft befindet, zeigt sie keine bestimmte Seite. Erst wenn sie zu Boden fällt, zeigt sie eine der beiden Seiten. Das Gleiche gilt für ein Quantenteilchen in Superposition. Das ist zwar keine perfekte Analogie, hilft aber dabei, ein Gefühl dafür zu entwickeln.

Dieses Prinzip ermöglicht die enorme Leistungsfähigkeit von Quantencomputern, da diese Superposition, Interferenz und Verschränkung nutzen, um bestimmte Probleme effizienter zu lösen als klassische Systeme.

Das Konzept wurde durch Schrödingers Gedankenexperiment mit der Katze bekannt, das veranschaulicht, dass ein System im Quantenbereich gleichzeitig in mehreren Zuständen existieren kann, solange es nicht gemessen wird.

Verschränkung

Entanglement is a fascinating phenomenon in quantum physics in which two particles are connected in such a way that their measurement results can be strongly correlated.
This correlation only becomes apparent when a measurement is taken. If one of the two particles–regardless of how far apart they are–shows a certain measurement result, then the result of the other is clearly linked to it. Entanglement does not describe remote influence, but rather a profound statistical dependence that forms an important basis for modern quantum technologies. It does not mean that information is sent instantly.

Entanglement is therefore a connection created by a shared joint quantum state that cannot be described as two independent states. Let’s assume that the two qubits are two coins. When the two qubits are measured, it is as if the two coins were tossed. Without entanglement, the coins show heads or tails independently of each other. If you create a table and repeat the experiment, you will see that all possible outcomes are equally likely. However, if the coins were entangled and you performed the same experiment, you would find that when one coin shows heads, the other also shows heads, and vice versa. The event “coin 1 = heads” and “coin 2 = tails” therefore never occurs. And this is independent of how far apart the coins are from each other.

Wichtig! Dies ist nur eine Analogie. Echte Verschränkung lässt sich am deutlichsten durch den Vergleich von Ergebnissen aus verschiedenen Messkonfigurationen nachweisen, z. B. durch Bell-Tests.

Diese starke Verbindung ist nicht nur ein erstaunliches Naturphänomen, sondern auch eine wichtige Grundlage für moderne Technologien wie Quantencomputer und Quantenkommunikation.

Welle-Teilchen-Dualismus

Der Welle-Teilchen-Dualismus beschreibt ein zentrales Phänomen der Quantenphysik: Quanten – also winzige Teilchen wie Licht (Photonen) oder Elektronen – zeigen gleichzeitig Eigenschaften von Teilchen und von Wellen.

Je nachdem, wie man sie beobachtet oder misst, verhalten sie sich manchmal wie kleine, punktförmige Teilchen und manchmal wie sich ausbreitende Wellen. Dieses scheinbar widersprüchliche Verhalten lässt sich nur mit den Gesetzen der Quantenmechanik erklären und zeigt, dass die Welt im Kleinsten ganz anders funktioniert, als wir sie im Alltag erleben.

Quantum sg. | Quanta pl.

Ein Quant ist die kleinste, unteilbare Einheit einer physikalischen Größe – sozusagen das „Minimum-Paket“ der Natur. Energie, Licht und viele physikalische Größen (im richtigen Kontext) treten nicht kontinuierlich auf, sondern in winzigen Portionen, die als Quanten bezeichnet werden.

Ein bekanntes Beispiel ist das Photon, das als Lichtquant betrachtet wird. In Atomen sind die Energieniveaus der Elektronen quantisiert – Elektronen zeigen sowohl wellen- als auch teilchenähnliches Verhalten. Dieses scheinbar widersprüchliche Verhalten wird als Welle-Teilchen-Dualismus bezeichnet.

Die Quantenmechanik beschreibt mit ihren Regeln und Theorien, wie sich diese kleinsten Einheiten verhalten – und bildet damit die Grundlage für viele moderne Technologien, von Lasern und Computerchips bis hin zu Quantencomputern.

Quantencomputer

Ein Quantencomputer verarbeitet Informationen nicht wie klassische Computer mit Bits, sondern mit Qubits, die mehrere Zustände gleichzeitig einnehmen können. Dies ist nicht dasselbe wie ein klassischer „Zwischenwert“ wie bei einem Dimmer – es handelt sich um einen echten Quantenzustand.

Unsere NV-Center-basierten Quantencomputer manipulieren Elektronenspin-Zustände und messen diese über ihre Photonenstatistik. Um diese komplexen Prozesse zu steuern, enthalten Quantencomputer Komponenten wie Signalquellen, Laser und Steuerungen. Dank dieser Technologie können sie hochkomplexe Probleme für bestimmte spezifische Aufgaben (nicht für alle) viel schneller lösen, beispielsweise bei einigen Simulations-, Optimierungs- und Stichprobenaufgaben. Quantencomputing ist somit ein grundlegend neuer Ansatz zur Datenverarbeitung.

Quantencomputing

Ein innovativer Rechenansatz, der anstelle herkömmlicher Bits Qubits verwendet. Diese basieren auf den Prinzipien der Quantenmechanik und ermöglichen eine effizientere Durchführung komplexer Berechnungen für bestimmte Aufgaben als herkömmliche Computer. Quantencomputer nutzen Effekte wie Superposition und Verschränkung, um Aufgaben zu lösen, die für klassische Systeme extrem schwierig sein können.

Quantenkommunikation

Eine fortschrittliche Technologie für die sichere Datenübertragung, die Prinzipien der Quantenphysik wie Verschränkung und Superposition nutzt. Protokolle wie E91 und BB84 ermöglichen den Austausch von Schlüsseln für verschlüsselte Kommunikation, wobei die Sicherheit auf physikalischen Gesetzen und nicht auf mathematischen Annahmen basiert.

Quantenkommunikation kann Abhörversuche aufdecken, da das Abfangen in der Regel die gemessenen Statistiken verändert, beispielsweise durch eine Erhöhung der beobachteten Fehlerquote. Aufgrund technischer Herausforderungen bei der Übertragung instabiler Quantenzustände ist sie derzeit vor allem in sicherheitskritischen Bereichen wie der öffentlichen Verwaltung, der Verteidigung, dem Gesundheitswesen und dem Finanzsektor von Bedeutung. Sie ergänzt bestehende Verschlüsselungsmethoden und stellt eine zukunftssichere Sicherheitsebene dar.

Quanten-Tunneling

Der Quantentunnelungseffekt beschreibt ein faszinierendes Phänomen, bei dem ein Quantenteilchen, beispielsweise ein Elektron, eine Barriere durchdringen kann, obwohl es nicht über genügend Energie verfügt, um diese im herkömmlichen Sinne zu überwinden.

Dies funktioniert, weil sich Quantenpartikel nicht nur wie Teilchen, sondern auch wie Wellen verhalten. Das bedeutet, dass sie unterschiedliche Wahrscheinlichkeiten haben, sich gleichzeitig an verschiedenen Orten zu befinden, sogar auf der anderen Seite einer scheinbar undurchdringlichen Barriere – sodass die Wahrscheinlichkeit auf der anderen Seite ungleich Null sein kann.

Dieses Prinzip ist nicht nur eine theoretische Besonderheit, sondern spielt in der Natur eine wichtige Rolle. Beispielsweise ermöglicht der Quantentunnelungseffekt die Fusion von Wasserstoffatomen in der Kernfusion, wodurch Sonnenlicht freigesetzt wird.

Qubit

Ein Qubit ist die kleinste Informationseinheit in einem Quantencomputer – vergleichbar mit dem Bit in herkömmlichen Computern. Während ein klassisches Bit jedoch nur den Wert 0 oder 1 annehmen kann, kann ein Qubit in einer Überlagerung von 0 und 1 vorliegen. Dieses besondere Verhalten wird als Superposition bezeichnet.

Im übertragenen Sinne lässt sich dies wie folgt veranschaulichen: Eine klassische Glühbirne ist entweder aus (0) oder an (1). Ein Qubit hingegen wäre wie eine Glühbirne, die nicht zwangsläufig aus oder an sein muss, bis sie gemessen wird. Erst durch die Messung nimmt das Qubit einen der beiden Zustände an. (Dies ist eine Analogie, keine buchstäbliche „halb eingeschaltete” Glühbirne.)

Physikalisch gesehen kann ein Qubit ein Quantenteilchen oder ein Quantensystem sein, das von Natur aus zwei Zustände hat. Beispiele hierfür sind der Spin eines Elektrons, die Polarisation eines Photons oder die Energieniveaus eines Atoms. Quanteninformationen werden durch gezielte Manipulation und Messung dieser Teilchen verarbeitet.

Besiegen Sie die Zufälligkeit der Quanten

Mensch gegen Quantencomputer

Wie zufällig kannst du eine Reihe von fünfzig 0 und 1 eingeben? Ist deine Eingabe zufälliger als die Ausgabe eines Quantencomputers? Probieren Sie es aus und erfahren Sie mehr darüber, wie ein Quantencomputer funktioniert!

Application of Quantum Communication

Zufallszahlen

Zufallszahlen

Viele moderne Sicherheitssysteme und Websites setzen auf Quanten-Randomness, um Verschlüsselungsschlüssel zu erzeugen, die wirklich unvorhersehbar sind. Diese echten Zufallszahlen sind die Basis für eine noch stärkere IT-Sicherheit.

Quantenkryptographie

Quantenkryptographie ermöglicht einen sicheren Schlüsselaustausch, dessen Sicherheit auf den physikalischen Gesetzen der Quantenmechanik basiert – nicht auf der Rechenleistung eines Angreifers. Ein bekanntes Beispiel ist das BB84-Protokoll. Ein großer Vorteil: Jeder Abhörversuch kann sofort erkannt werden, was die Vertraulichkeit der Kommunikation garantiert.

Abhörsichere Netzwerke

Die Entwicklung sogenannter „Quantum Internet“-Strukturen schafft die Grundlage für hochsichere Kommunikation zwischen Behörden, Banken, Unternehmen und kritischer Infrastruktur. Erste Pilotprojekte in China und Europa zeigen vielversprechende Ergebnisse. Absolut abhörsichere Kommunikation ist besonders wichtig in Bereichen wie Militär, Forschung, Gesundheitswesen (z.B. Patientendaten) und sogar im Alltag.

Satellitenkommunikation

Um große Distanzen zu überbrücken, wo Glasfaser-Verbindungen an ihre Grenzen stoßen, wird Quanten-Schlüsselverteilung über Satelliten eingesetzt. Ein bekanntes Beispiel ist der chinesische „Micius“-Satellit, der Quantenkommunikation zwischen China und Wien ermöglicht.

Quanten-Repeater & Netzwerke

Quanten-Repeater sind essenziell für den Aufbau von Fernverbindungen durch Quantenverschränkung. Sie bilden die technologische Grundlage für ein zukünftiges „Quantum Internet“, das eine revolutionäre Vernetzung mit maximaler Sicherheit verspricht.

Application of Quantum Technology

Medizin

Medizin

Moderne Bildgebungstechnologien wie die Magnetresonanztomographie (MRT) beruhen auf quantenphysikalischen Prinzipien. Sie nutzen den Kernspin und die Quantenausrichtung, um hochauflösende Bilder aus dem Inneren des Körpers zu erzeugen – eine faszinierende Anwendung der Quantenmechanik im Gesundheitswesen.

Analyse Big Data

Quantum computers can perform certain computational operations, such as linear algebra or pattern recognition, exponentially faster than classical systems. This opens up a wide range of applications in areas such as image and speech recognition, financial market analysis, and medical diagnostics. Many big data challenges are optimization problems, such as route planning or resource allocation—quantum algorithms could provide innovative solutions here.

 

Materialforschung

Quantenmechanik ist eine Grundlage für das Verständnis von Materialien. Klassische Computersimulationen stoßen dabei oft an ihre Grenzen, da die Wechselwirkungen vieler Elektronen äußerst komplex sind. Quantencomputer und spezielle Algorithmen bieten neue Möglichkeiten: Sie ermöglichen die Simulation neuer Materialien, die Berechnung elektronischer Strukturen von Molekülen und Festkörpern sowie die Entwicklung fortschrittlicher Technologien wie Supraleiter, Batteriematerialien, Halbleiter und topologische Quantenmaterialien.

Laser-Technologie

Light from LEDs and lasers is produced by electrons jumping between energy states – a process that can only be explained by quantum mechanics. Light from LEDs and lasers is produced by electrons jumping between different energy states – a process that can only be explained by quantum mechanics. These fundamentals enable numerous applications in communication, medicine, and industry.

Ansprechperson

Henriette Uhlig

M.A. Projektmanagement
Veranstaltungsmanagerin
TU Dresden